Die Einelternseite

Das Informationsportal nicht nur für verwitwete Alleinerziehende

Rechtliches Patchworkfamilie

Wir geben auf unseren Seiten nur Tipps und Informationen , keine Rechtsauskünfte.

Link Tipp aus den Rechtsgebieten: Erbrecht, Familienrecht

Hier finden Sie :
Wiso Video Rechtliches in der Patchworkfamilie
Sorgerecht in Stieffamilien
Umgangsrecht

Unterhalt

Der Familienname.

Erbrecht – Patchwork-Familie
Elternrecht in der Stieffamilie
Formulierungsvorschlag für Ermächtigung zur Ausübung der elterlichen Sorge
Schutz für die Patchwork-Familie


Sorgerecht in Stieffamilien

Die Eltern haben nach der Trennung das gemeinsame Sorgerecht bekommen und leben wieder in einer neuen Partnerschaft. In diesem Fall ist es ratsam, dem neuen Partner eine schriftliche Vollmacht zu erteilen. Dieser Vollmacht muss der andere Elternteil allerdings zustimmen. Eine solche Vollmacht gibt dem neuen Partner in schwierigen Situationen die nötige Entscheidungsmacht. Wenn sich beispielsweise ein Unfall ereignet, kann der neue Partner über Notoperationen entscheiden, wenn kein leiblicher Elternteil zu erreichen ist.

Hat ein Elternteil das alleinige Sorgerecht zugesprochen bekommen, ist der neue Partner automatisch in die Alltagsentscheidungen miteingebunden. Im Notfall können auch schwerwiegendere Entscheidungen ohne Vollmacht vom neuen Lebenspartner getroffen werden.


Umgangsrecht

Neben dem bereits bestehenden Umgangsrecht für die Eltern und Geschwister wurde im Kindschaftsrechtsreformgesetz 1997 ein Recht für den Umgang mit den Großeltern sowie den Stiefeltern eingeführt. Voraussetzung ist, dass dies dem Kindeswohl dient und die Stiefeltern tatsächlich Verantwortung für das Kind tragen oder getragen haben. Dies gilt seit 2004 auch für Lebenspartner.

Vorrang beim Umgangsrecht haben die leiblichen Eltern, die nicht mit dem Kind zusammen leben, dann die anderen nahen Verwandten, zum Beispiel die Großeltern, anschließend kommen die Stiefeltern und möglicherweise noch andere Bezugspersonen wie Pflegeeltern.

Allerdings haben Stiefeltern – anders als leibliche Eltern – keine Pflicht zum Umgang mit dem Kind. Das Stiefkind hat wiederum nur ein eigenständiges Recht auf den Umgang mit seinem leiblichen Elternteil, nicht jedoch mit Stiefvater oder Stiefmutter.
Quelle: www.eltern.de/Recht


Unterhalt

Für Kinder, die in eine Patchwork-Familie mitgebracht werden, zahlen die leiblichen Eltern weiter, egal, wie gut die Stiefeltern verdienen. Dieser Anspruch bleibt auch nach längerer Zeit und nach der Heirat mit neuen Partnern bestehen. Die Zahlungen können nur gekürzt werden, wenn in einer neuen Beziehung Kinder geboren oder adoptiert und dadurch die finanziellen Mittel knapp werden.

Der Anspruch des Kindes entfällt erst, wenn der unterhaltsverpflichtete Elternteil nachweislich nicht (mehr) in der Lage ist, Zahlungen zu leisten oder wenn es selbst genügend Einkünfte hat.

Vor nicht allzu langer Zeit hat die Bundesregierung das Unterhaltsrecht neu geregelt. Ab April 2007 gilt diese Reihenfolge: Erst kommen die Kinder, dann die geschiedenen oder gegenwärtigen Ehepartner. Geschiedene können also nicht mehr wie bisher davon ausgehen, dass ihr ehemaligen Partner bis ins Rentenalter für sie aufkommt, sondern müssen zukünftig verstärkt für sich selbst sorgen.

Erst nach der Zahlung des Unterhalts für die Kinder können frühere Partner berücksichtigt werden. In der Rangfolge kommen zuerst die Mütter, die Kinder versorgen müssen. Ex-Ehepartner ohne Kinder haben also meist geringere Ansprüche. Auch die Rangfolge für weitere Ehen verändert sich. Künftig müssen die erste und die zweite Ehefrau, wenn beide Kinder betreuen, den gleichen Unterhalt bekommen. Bislang war die erste Ehefrau nämlich besser bestellt.

Allerdings hat ein Kind keinen gesetzlichen Unterhaltsanspruch gegen Stiefeltern, auch wenn diese mit einem leiblichen Elternteil verheiratet waren. Der Anspruch auf Unterhalt beruht (außer bei Ehegatten) auf Verwandtschaft. Bei einer Patchwork-Familie ist das Kind mit dem Stiefelternteil lediglich verschwägert. Es entsteht auch kein Gewohnheitsrecht, wenn der neuen Partner freiwillig für alle Kinder aufkommt. Die Zahlungen können jederzeit wieder eingestellt werden.

Unverheiratet zusammen lebende Paare haben keinen Unterhaltsanspruch an einen Partner, selbst wenn dieser wegen einer neuen Beziehung nichts mehr zahlt. Die finanzielle Unterstützung ist nicht einmal vorgeschrieben, wenn zum Beispiel eine Frau weiterhin die Kinder betreut, die der Ex-Partner mit in die Beziehung gebracht hat. Das gilt jedoch nicht, wenn aus der Verbindung gemeinsame Kinder hervorgegangen sind. Für die muss gezahlt werden, auch wenn es keinen Trauschein gibt. Beim neuen Unterhaltsrecht ist geplant, dass diese Zahlungen sogar länger als drei Jahre dauern können, was wichtig ist, wenn die Partnerschaft nicht lange hält.

Auch wenn ein Ex-Mann für die Kinder aus einer früheren Beziehung finanziell verantwortlich ist, muss er nicht die neue Verbindung seiner früheren Frau finanzieren. Heiratet sie wieder, darf er die Zahlungen für sie sofort einstellen. Auch wenn sie mit ihrem neuen Mann zusammen zieht, kann er spätestens nach zwei oder drei Jahren die monatlichen Zahlungen reduzieren. Und wenn der neue Partner gut verdient, ist sogar eine größere Kürzung möglich. Dies gilt aber nicht für das, was den Kindern zusteht.

Die Zahlungen, die an Kinder und frühere Partner geleistet werden müssen, sind häufig eine starke Belastung für die neue Familie. Trotzdem dürfen sie nicht gekürzt werden, weil der Unterhaltspflichtige seinen Job aufgegeben hat, und fortan zu Hause die Kinder betreut. Auch wenn der neue Partner des Unterhaltszahlers aus dem gleichen Grund seine Arbeitsstelle kündigt, darf das nicht zulasten der früheren Familie gehen.

Selbst wenn der Vater oder die Mutter Elternzeit nehmen und dadurch einen Teil ihres Gehaltes verlieren, bleibt der Anspruch auf Unterhalt ungekürzt bestehen. Änderungen sind nur möglich, wenn ein Kind geboren oder adoptiert wird und deshalb die Mittel knapp sind.
Quelle: www.eltern.de/Recht


Der Familienname.

Nach der Trennung der Eltern behält das Kind seinen Nachnamen. Es kann aber auch einen neuen annehmen. Heiratet zum Beispiel der Elternteil, bei dem das Kind lebt, erneut und nimmt einen neuen Nachnamen an, kann auch das Kind umbenannt werden. Das setzt allerdings das Einverständnis des leiblichen Elternteils voraus, bei dem das Kind nicht wohnt. Stimmt dieser andere Elternteil der Namensänderung nicht zu, geht die ganze Sache vor Gericht. Dann entscheidet ein Richter, welcher Name dem Wohl des Kindes am besten gerecht wird. Kommt das Kind beispielsweise nicht damit zurecht, mit einem anderen Nachnamen angeredet zu werden als seine Mutter beziehungsweise sein Vater, kann das Gericht einem neuen Familiennamen zustimmen. Ist das Kind fünf Jahre alt, wird es selbst befragt und kann der Namensänderung zustimmen beziehungsweise sie ablehnen. Ist es schon 14 Jahre alt, muss es eine Namensänderung selbst beantragen.


§ 1757 BGB Name des Kindes

(1) Das Kind erhält als Geburtsnamen den Familiennamen des Annehmenden. Als Familienname gilt nicht der dem Ehenamen oder dem Lebenspartnerschaftsnamen hinzugefügte Name (§ 1355 Abs. 4; § 3 Abs. 2 Lebenspartnerschaftsgesetz).

(2) Nimmt eine Ehepaar ein Kind an oder nimmt eine Ehegatte ein Kind des anderen Ehegatten an und führen die Ehegatten keinen Ehenamen, so bestimmen sie den Geburtsnamen des Kindes vor dem Ausspruch der Annahme durch Erklärung gegenüber dem Vormundschaftsgericht; § 1617 Abs. 1 gilt entsprechend. Hat das Kind das fünfte Lebensjahr vollendet, so ist die Bestimmung nur wirksam, wenn es sich der Bestimmung vor dem Ausspruch der Annahme durch Erklärung gegenüber dem Vormundschaftsgericht anschließt; § 1617c Abs. 1 Satz 2 gilt entsprechend.

(3) Die Änderung des Geburtsnamens erstreckt sich auf den Ehenamen des Kindes nur dann, wenn sich auch der Ehegatte der Namensänderung vor dem Ausspruch der Annahme durch Erklärung gegenüber dem Vormundschaftsgericht anschließt; die Erklärung muss öffentlich beglaubigt werden.

(4) Das Vormundschaftsgericht kann auf Antrag des Annehmenden mit Einwilligung des Kindes mit dem Ausspruch der Annahme

  1. Vornamen des Kindes ändern oer ihm einen oder mehrere neue Vornamen beigeben, wenn dies dem Wohl des Kindes entspricht;
  2. dem neuen Familiennamen des Kindes den bisherigen Familiennamen voranstellen oder anfügen, wenn dies aus schwerwiegenden Gründen zum Wohl des Kindes erforderlich ist.

 

Der Bundesgerichtshof hat sich in einer aktuellen Entscheidung zum Unterhalt einer Ehefrau, die ein eheliches und ein nichteheliches Kind betreut, geäußert.

Die familiäre Situation war im vorliegenden Falle nicht ganz einfach – wenn man die unterhaltsrechtlichen Beziehungen untereinander betrachtet.

Da ist zunächst Frau A. Sie ist mit Herrn A verheiratet – immer noch, obwohl die Eheleute sich schon vor Jahren getrennt haben. Aus der Ehe ist der Sohn S hervorgegangen. Dieser lebt bei seiner Mutter. S ist 1994 geboren.

Nach der Trennung ist Frau A eine nichteheliche Verbindung mit Herrn B eingegangen. Mit ihm hat sie einen weiteren Sohn – den T, welcher im Jahre 2001 das Licht der Welt erblickte. Auch diese Beziehung ist zwischenzeitlich beendet.

Frau A geht keiner Erwerbstätigkeit nach, da sie die beiden Kinder betreut.

Herr A ist zwischenzeitlich auch eine neue Beziehung eingegangen. Mit Frau C hat er eine im Jahre 2002 geborene Tochter U.

Für die unterhaltsrechtliche Würdigung sind immer noch die Einkommensverhältnisse bedeutsam.

Herr A, der Ehemann verdient netto ca. EUR 1.840,00, Herr B hat ein Einkommen von EUR 1.630,00 netto im Monat.

Die Kinder erhalten Unterhaltszahlungen von ihren Vätern.

Streitig war nun, von wem Frau A wieviel an Unterhalt zu bekommen hat.

Hier prallen zwei Anspruchsgrundlagen aufeinander, die völlig verschiedene Voraussetzungen haben.

So zum einen der § 1361 BGB, der den Unterhalt des getrennt lebenden Ehegatten regelt: “Leben die Ehegatten getrennt, so kann ein Ehegatte von dem anderen den nach den Lebensverhältnissen und den Erwerbs- und Vermögensverhältnissen der Ehegatten angemessenen Unterhalt verlangen…“

Grundlage der Berechnung sind hier also die ehelichen Lebensverhältnisse sowie die Einkommens-und Vermögenssituation.

Der Vater des nichtehelichen Kindes T haftet aus einem anderen Grunde : § 1615 l BGB. Nicht nur, dass dieser Unterhaltsanspruch für gewöhnlich auf drei Jahre begrenzt ist, er nimmt auch keine Rücksicht darauf, ob das Kind einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft entstammt, die für außenstehende Dritte durchaus den Eindruck einer Ehe vermittelt, also einer eheähnlichen Gemeinschaft – oder aber ob das Kind aus keiner längerfristigen Beziehung hervorgegangen ist.

Die Berechnungsgrundlage ist daher entsprechend dem Verwandtenunterhalt zu ermitteln. Auf keinen Fall richtet sie sich aber nach den Lebensverhältnissen oder den Einkommens- und Vermögensverhältnissen der nichtehelichen Lebensgemeinschaft. Denn schließlich kommt es bei dieser Vorschrift gar nicht darauf an, ob jemals eine solche bestanden hat.

Der Anspruch der Berechtigten Frau A richtet sich ausschließlich nach deren Lebensstellung. Das ergibt sich aus § 1615 l B in Verbindung mit § 1610 B.

Doch wie errechnet sich die Lebensstellung der Frau A ?

Das OLG hatte einen Mindestbedarf von EUR 730,00 für Frau A angenommen und diesen sowohl in die Berechnung hinsichlich der Verpflichtung von Herrn A als auch von Herrn B eingesetzt. Weiter hat es in die Überlegung mit einbezogen, dass der Betreuungsaufwand für beide Söhne gleich anzusetzen wäre und kam daher – auch aufgrund der in etwa gleichen Einkommensverhältnisse nach Bereinigung durch die Zahlungen von Kindesunterhalt zu einer hälftigen Aufteilung.

Für den Selbstbehalt hatte das OLG EUR 840,00 für den Ehemann Herrn A und EUR 1000,00 für Herrn B angesetzt.

Die Revision zum BGH war nun erfolgreich, die Sache wurde an das OLG zur erneuten Verhandlung zurückverwiesen.

Der BGH bleibt dabei, dass mehrere unterhaltspflichtige Väter anteilig für den Unterhaltsbedarf haften, der durch die Betreuung der Kinder besteht. Hierfür zieht der BGH in ständiger Rechtsprechung den § 1606 III S1 BGB heran. Diese Vorschrift spricht zwar von Verwandten : „(3) 1Mehrere gleich nahe Verwandte haften anteilig nach ihren Erwerbs- und Vermögensverhältnissen.“ – und die Väter sind in den seltensten Fällen miteinander verwandt. Da die Kinder aber über die Mutter miteinander verwandt sind, nimmt das Gericht an, dass hier eine analoge Anwendung geboten sei.

Der BGH hat nun ausgeführt, dass die Lebensstellung der Frau A sich daher gleichfalls nach den Lebensverhältnissen der Ehe mit Herrn A. Es kommt eben nicht auf die wirtschaftlichen Verhältnisse des Herrn B an sondern darauf, in welchen Verhältnissen die Mutter bisher gelebt hatte. Der BGH hält dies auch dann für maßgeblich, wenn diese ehelichen Verhältnisse zu einem Unterhaltsbedarf führen,…

» Vollständiger Artikel
Quelle


Erbrecht – Patchwork-Familie

Meine Kinder – deine Kinder – unsere Kinder … die Patchwork-Familie im Erbfall.

Autorin:
Rechtsanwältin
Barbara Brauck-Hunger

Wie regelt das Gesetz die Erbfolge bei Patchwork-Familien? Eigene Regelungen für diesen Familientyp gibt es nicht. Die Regelungen des Gesetzes sind auf die klassische Familie ausgerichtet, bei der die Kinder bei ihren leiblichen Eltern aufwachsen.

Das Vermögen der Partner verteilt sich unterschiedlich, je nachdem, ob die (Stief-) Mutter oder der (Stief-) Vater zuerst verstirbt. Hat die (Stief-) Mutter ein Haus, erben der überlebende Ehepartner und die leibliche Tochter jeweils 50 Prozent vom Haus. Stirbt später der (Stief-) Vater, erbt dessen leiblicher Sohn das Vermögen seines Vaters. Dazu gehört dann auch die geerbte Haushälfte, die ursprünglich der Stiefmutter gehörte. Die Stieftochter erhält beim Tod des Stiefvaters nichts. Wäre zuerst der (Stief-) Vater gestorben, hätte die Tochter das gesamte Haus ihrer Mutter allein geerbt sowie die Hälfte des Vermögens ihres Stiefvaters.

Die Höhe des geerbten Vermögens ist für die Kinder also vom Zufall abhängig – je nachdem wer zuerst verstirbt.

Die Kinder des länger Lebenden sind in der Patchwork-Familie klar bevorzugt. Zudem geht so ein Teil des Vermögens des Erstversterbenden an die einseitigen Kinder des überlebenden Ehegatten. Das ist nicht immer so gewollt. Hier hilft ein geschickt gestaltetes Testament.

Durch die richtige Regelung der Erbfolge wird das Vermögen gerecht auf die Kinder verteilt. Dabei sind verschiedene, testamentarische Regelungen möglich.

1) Die Partner möchten den überlebenden Partner finanziell absichern.

Er soll, solange er lebt, das Vermögen des verstorbenen Partners nutzen können. Nach seinem Tod sollen es aber ausschließlich die eigenen Kinder erhalten. Im Testament kann der überlebende Ehegatte als Vorerbe eingesetzt werden, die eigenen Kinder als Nacherben. Dies kann unterschiedlich je nach Absicherungsbedürfnis gestaltet werden. So kann der überlebende Ehegatte nur Zinsen, Mieteinnahmen et cetera aus dem Erbe ausgeben. Das Erbe selbst bleibt dann komplett den eigenen Kindern erhalten. Oder der überlebende Ehegatte darf auch das Erbe verbrauchen, und nur der verbleibende Rest geht ausschließlich an die eigenen Kinder.

2) Die Partner sind sich einig, dass auch die einseitigen Kinder des jeweils anderen Partners wie die Eigenen behandelt werden.

Dann können sich die Partner gegenseitig als Erben einsetzen. Verstirbt auch der zweite Partner werden alle Kinder als Erben zu gleichen Teilen eingesetzt.

3) Der zuerstversterbende Ehegatte / Lebensgefährte ist Eigentümer des gemeinsam bewohnten Hauses.

Das einseitige Kind, das erbt, kann die Auszahlung seines Anteils verlangen. Ist dies dem überlebenden Ehegatten nicht möglich, muss das Haus verkauft oder mit Grundschulden belastet werden. Noch schwieriger wird es für den überlebenden, nichtverheirateten Lebensgefährten. Das einseitige Kind wird Alleineigentümer des Hauses. Es kann vom überlebenden Lebengefährten verlangen, dass er aus dem Haus auszieht. Dies kann verhindert werden. So kann dem Partner etwa ein Wohnrecht vermacht werden. Dann erhält das eigene Kind zwar das Haus, der Partner kann dies aber weiterhin bewohnen.

4) Das Vermögen wird über das einseitige Kind an den Ex-Partner und an dessen einseitige Kinder vererbt.

Die Ehefrau hat sich scheiden lassen, beziehungsweise die Lebensgefährtin vom Vater ihrer Tochter getrennt. Nach der Scheidung / Trennung verstirbt sie. Ihr Haus erbt allein ihre Tochter. Die Tochter erleidet einen Unfall und verstirbt kinderlos. Jetzt erbt ihr Vater, also der Ex–Ehemann oder der Ex-Lebensgefährte das Haus. Das eigene Vermögen kann also an den Ex-Partner und dessen neue Kinder gehen. Diese können jedoch durch testamentarische Regelungen als Erben des eigenen Vermögens ausgeschlossen werden.

5) Wer verwaltet das Vermögen, das das einseitige Kind geerbt hat?

Der Ex-Partner hat im Regelfall das Recht, das von seinem leiblichen, minderjährigen Kind ererbte Vermögen zu verwalten. Auch dies ist oftmals nicht gewünscht. Denn der überlebende Partner muss sich mit dem oder der Ex über die Verteilung des Vermögens auseinandersetzen. Auch das kann vermieden werden. Im Testament wird ein Testamentsvollstrecker eingesetzt, der das Erbe des Kindes verwaltet. Dies kann auch der neue Partner sein. Dann darf der Ex-Partner das Erbe des Kindes nicht mehr verwalten.

Natürlich gibt es noch viele weitere Gestaltungsmöglichkeiten. Wird keine Regelung durch ein vernünftig gestaltetes Testament getroffen, überlässt man die Verteilung des eigenen Vermögens dem Zufall. Dies führt zu Streit und Unfrieden zwischen den (Stief-) Geschwistern und zwischen den Kindern und dem überlebenden Partner. Ein geschickt gestaltetes Testament kann dies vermeiden.

Stand: 09.09.2008

Quelle Originaltext: Erbrecht Patchwork-Familie



ELTERNRECHTE IN DER STIEFFAMILIE

Seit dem Jahr 2001 gibt es im BGB das so genannte „kleine Sorgerecht“ für Stiefeltern.
§ 1687 b BGB lautet:
(1) „Der Ehegatte eines allein sorgeberechtigten Elternteils, der nicht Elternteil des Kindes ist,
hat im Einvernehmen mit dem sorgeberechtigten Elternteil die Befugnis zur Mitentscheidung
in Angelegenheiten des täglichen Lebens des Kindes.
(2) Bei Gefahr im Verzug ist der Ehegatte dazu berechtigt, alle Rechtshandlungen vorzunehmen,
die zum Wohl des Kindes notwendig sind…..
Voraussetzung ist jedoch, dass der leibliche Elternteil in der Stieffamilie das alleinige
Sorgerecht hat, was in der Regel nicht der Fall sein dürfte.
Es gibt jedoch für alle Stieffamilien die Möglichkeit, durch ausdrückliche Ermächtigung
seitens des leiblichen Elternteils dem Stiefelternteil Erziehungsrechte zu
verschaffen.
• Der leibliche Elternteil kann den Stiefelternteil zur Ausübung des Sorgerechts
ermächtigen, ihm also eine faktische Erziehungsbefugnis einräumen. Dies
kann mündlich erfolgen und gilt zunächst nur im Verhältnis zum Stiefkind
selbst.
• Um den leiblichen Elternteil rechtlich wirksam nach außen hin vertreten zu
können, sollte der Stiefelternteil eine schriftliche Ermächtigung des Sorgeberechtigten
erhalten (diese kann jederzeit frei widerrufen werden).
Hierbei muss jedoch berücksichtigt werden, dass alleinige Entscheidungen des Stiefelternteils
hierdurch nur in dem Rahmen möglich werden, wie auch der leibliche
Elternteil alleine entscheidungsbefugt ist. Besteht ein gemeinsames Sorgerecht der
leiblichen Eltern (wie dies nunmehr als Regelfall nach der Scheidung vom Gesetz
vorgesehen ist), so muss bei allen grundlegenden Fragen der elterlichen Sorge (etwa
13
ärztliche Eingriffe, die über die normale Grundversorgung hinausgehen), ohnehin der
außenstehende leibliche Elternteil beteiligt werden.
Eine schriftliche Ermächtigung, die der Stiefelternteil sinnvoller Weise immer mit sich
führen sollte, könnte so aussehen:
……………………..
Formulierungsvorschlag für Ermächtigung zur Ausübung der elterlichen Sorge
———————————————————————————————————————
Hiermit ermächtige ich, … (Name, Geburtsdatum, Wohnort), meine Frau/meinen Partner, …
(Name etc.), mich in allen Angelegenheiten der elterlichen Sorge, die mein Kind ….(Name,
Geburtsdatum) betreffen, gegenüber Dritten umfassend und uneingeschränkt zu vertreten.
Dies gilt insbesondere für schulische Angelegenheiten/Kindergartenangelegenheiten sowie für
Fragen der ärztlichen Betreuung.
(Datum und Unterschrift)

der nicht mit dem leiblichen Elternteil verheiratete Partner kann auf diesem Weg
zur Vertretung des Elternteils ermächtigt werden.
Quelle
http://www.stieffamilien.de/recht


Schutz für die Patchwork-Familie

Die typisch deutsche Familie früherer Jahre, bestehend aus Vater, Mutter und zwei Kindern, entspricht heute längst nicht mehr ausschließlich der Wirklichkeit.

Moderne Patchwork-Familien sind stattdessen oft so bunt zusammengewürfelt wie die Decken, nach denen sie benannt sind. Nicht selten bringen beide Partner Kinder aus vorherigen Beziehungen mit ein. Der Aspekt der Sicherheit sollte auch in der neuen Konstellation nicht zu kurz kommen. “Bei der Absicherung einer neuen Partnerschaft müssen manche Versicherungen geändert und einige eventuell neu abgeschlossen werden, andere werden überflüssig”, sagt Edgar Schmitt vom Nürnberger Direktversicherer KarstadtQuelle Versicherungen. “Generell gehört natürlich auch in der Patchwork-Familie alles versichert, was für einen selbst oder die Familie zum finanziellen Ruin führen kann”, betont Schmitt. Die wichtigste Versicherung in jeder Familie ist die private Haftpflicht. Hier reicht in einer Patchwork-Familie eine Police, der eine Partner kann also den neuen Lebensgefährten oder die neue Lebensgefährtin und die Kinder in seine Haftpflicht mit aufnehmen. “Das Gleiche gilt auch für die Hausratversicherung”, sagt Edgar Schmitt. “Hier sollte man aber überprüfen, ob nach dem Zusammenziehen die Versicherungssumme aufgestockt werden muss, um eine ausreichende Entschädigungsleistung zu erhalten.” Auch bei der Kfz-Versicherung muss man – so Schmitt- bei einer Veränderung der Lebensverhältnisse darauf achten, dass die bei der Versicherung angegebene Nutzung des Pkw noch mit der neuen Situation übereinstimmt.

Vor allem aber ist es in einer Patchwork-Familie ratsam, dass der Hauptverdiener seine “neuen” Angehörigen mit einer Risikolebensversicherung für den Fall absichert, dass ihm etwas zustößt. Sonst müssen die Hinterbliebenen dramatische Einschnitte im gewohnten Lebensstandard hinnehmen. “Statistisch gesehen stirbt jeder fünfte Deutsche, bevor er das 65. Lebensjahr erreicht. Sind die Kinder dann noch nicht flügge, kann es schnell zu gewaltigen Löchern in der Haushaltskasse kommen”, sagt Nicola Blidschun von den KarstadtQuelle Versicherungen. “Auch für Patchwork-Familien ist eine Risikolebensversicherung sehr interessant, weil mit ihr der Hinterbliebenenschutz preiswert zu regeln ist”, betont Nicola Blidschun. Von der individuellen Situation hängt es ab, wie hoch die Todesfallsumme sein sollte. “Wer ein Haus gebaut oder eine Wohnung gekauft hat, für den muss die Absicherung natürlich sehr viel höher sein”, rät die Expertin.

Quelle

http://www.versicherungsnetz.de

(Pressemitteilung der djd deutsche journalisten dienste GmbH vom 22.09.2008)

Categories: Neue Partnerschaft

Comments are closed.