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Gesundheitsförderung in Kindertagesstätten

Die ersten fünf Lebensjahre stellen eine besondere Entwicklungsphase dar, in der sich wichtige Basiskompetenzen und Verhaltensweisen herausbilden. Hier werden die entscheidenden Weichen für die Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit und der Gesundheit im Erwachsenenalter gestellt. Dass Gesundheitsförderung möglichst früh einsetzten sollte, zeigen auch die jüngsten Entwicklungen im Bereich des allgemeinen Gesundheitsstatus bereits kleiner Kinder. Besorgnis erregend ist vor allem die zunehmende Anzahl von übergewichtigen Kindern. Aber auch Defizite beim Sehen, Hören, den motorisch-koordinativen Fähigkeiten sowie der Sprachentwicklung, finden sich bereits bei Vierjährigen, wie eine Leipziger Studie ergab. Ebenso im Ansteigen sind Verhaltensauffälligkeiten und Konzentrationsstörungen.
Von diesen Problemen sind in besonderem Maß Kinder aus sozial schwachen Familien und mit geringem Bildungshintergrund betroffen. Ihre gesundheitliche Situation ist nicht nur schlechter, auch Angebote der Gesundheitsförderung werden weniger wahrgenommen, als dies bei Kindern aus höheren Sozialschichten der Fall ist. Das altbekannte und vielbeklagte Dilemma stellt sich also auch im Bereich der Gesundheitsförderung der Jüngsten dar: Diejenigen, welche gesundheitsförderlich Maßnahmen am dringendsten benötigen, sind am schlechtesten erreichbar.

Daher ist eine gezielte soziallagenbezogene Gesundheitsförderung wichtig. Es gilt, Gesundheitspotenziale zu nutzen, Gesundheitsprobleme im Anfangsstadium zu erkennen und am Verfestigen zu hindern. Da Kinder einen Großteil ihrer Zeit in Kindertagesstätten verbringen und der Kontakt zu den Eltern vergleichsweise gut ist, kommt der Kindertagesstätte eine entscheidende Rolle zu.

Die Handlungsfelder der Gesundheitsförderung von Kindern sind zahlreich: sie liegen in den Bereichen Bewegung und Ernährung, aber auch Sprachentwicklung und psychische Gesundheit gewinnen zunehmend an Bedeutung. Verschiedene Projekte in diesen Bereichen haben bereits die förderliche Wirkung gezielter Maßnahmen besonders für Kinder aus sozial benachteiligten Familien nachweisen können. Prävention von Kinderunfällen stellt ebenfalls ein wichtiges Handlungsfeld dar, weil vor allem kleine Kinder einem höherem Unfallrisiko ausgesetzt sind. Zur Verringerung des Unfallrisikos tragen sowohl Maßnahmen zur Ausbildung von Bewegungsabläufen, wie die Überprüfung der Sicherheit von Spielsachen oder Spielplätzen bei. Weitere Themenfelder in denen Handlungsbedarf besteht, sind Suchtprävention, Sexualaufklärung, der Aufbau von Lebenskompetenzen, die Förderung der Impfbereitschaft und die Wahrnehmung von Früherkennungsuntersuchungen. Nicht zu unterschätzen ist auch der Bereich der Kindervernachlässigung und Kindesmisshandlung. Gerade Berlin weist in diesem Bereich erschreckend hohe Fallzahlen auf.

Umfassende Gesundheitsförderung in Kindertagesstätten bedarf allerdings nicht nur der Verhaltsförderung der Kinder sondern bedeutet voll allem Rahmenbedingungen zu berücksichtigen und zu verbessern. Dazu gehört grundsätzlich die gesunde Ernährung aber auch Aspekte wie Gesundheit der Erzieherinnen, Gruppengrößen, Anzahl der Erzieherinnen pro Gruppe, räumliche Atmosphäre bis hin zur Ausbildung und gesellschaftlicher Anerkennung des Berufsstandes Erzieherin.

Maßnahmen der Gesundheitsförderung sollten daher sowohl die Kinder in allen Bereichen ihrer Entwicklung unterstützen, wie auch die Rahmenbedingungen in Kindertagesstätten einbeziehen, denn nur in einer gesunden Umgebung mit gesunden Mitarbeiterinnen können Kinder auch gesund aufwachsen.
Quelle
http://www.gesundheitberlin.de

Categories: Gesundheit

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